Kinder und Jugendliche auf Social Media: Chancen, Risiken und Altersgrenzen

Kinder und Jugendliche bewegen sich wie selbstverständlich auf Social Media, doch die österreichische Bevölkerung blickt zunehmend kritisch auf deren digitale Lebenswelt. Unsere aktuelle und repräsentative Umfrage unter 1.000 Personen zeigt: Die große Mehrheit sieht Social Media deutlich eher als Gefahr, denn als Chance. Gleichzeitig gibt es einen klaren Wunsch nach stärkeren gesetzlichen Rahmenbedingungen und einem Mindestalter für die Nutzung sozialer Plattformen.

Nicht nur international rücken Altersgrenzen für Social Media zusehends in den Fokus der Politik. Auch die österreichische Bundesregierung plant entsprechende Regulierungen. Eine aktuelle Marketagent-Umfrage zeigt nun, dass dieses Vorhaben ganz im Sinne der Bevölkerung ist. 

Social Media gilt für Jugendliche überwiegend als gefährlich

Der Befund zum Gefahrenpotenzial von TikTok, Instagram und Co. ist eindeutig: 81 Prozent der 1.000 Befragten aus Österreich sind überzeugt, dass Social Media für Kinder und Jugendliche eher oder sehr gefährlich ist. Nur ein knappes Fünftel hält die Plattformen für sicher (19%). 

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Studie zeigt, dass sich Risiken wie Cybermobbing, Sucht und problematische Inhalte tief im Bewusstsein der Bevölkerung verankert haben. Zwar werden positive Aspekte wahrgenommen, doch sie fallen im Vergleich deutlich schwächer aus. Als wichtigste Vorteile der Nutzung von Social Media Plattformen nennen die Befragten den leichten Zugang zu Wissen und Bildung (40%), soziale Vernetzung und Kommunikation (38%), Austausch über gemeinsame Interessen (38%) sowie digitale Kompetenzen und frühzeitiger Umgang mit Technik (36%). 

Dem gegenüber stehen jedoch massive Sorgen, allen voran vor sexueller Belästigung (72%) bzw. sexualisierten Inhalten (71%), Cybermobbing (71%) und übermäßiger Nutzung (71%). Auch Gewalt (67%), Extremismus (66%), Desinformation (65%) und mentaler Druck (61%) werden breit als relevante Gefahren wahrgenommen. 

90 Prozent befürworten ein gesetzliches Mindestalter

Während die Verantwortlichen in der Politik noch über die mögliche Regulierung von Social Media diskutieren, zeigt die Marketagent-Studie, dass die Bevölkerung bereits einen Schritt weiter ist. 90 Prozent sprechen sich klar für ein gesetzliches Mindestalter aus. Die gewünschte Altersgrenze liegt im Schnitt bei 15 Jahren. Auffällig ist, dass die Zustimmung über alle Generationen hinweg gleich hoch ist: von den 14-19-Jährigen bis hin zu den Über-60-Jährigen.

„Die breite Mehrheit sieht in Social Media ein reales Risiko für junge Menschen: von Cybermobbing, über sexualisierte Inhalte bis hin zu Suchtproblematiken. Dass 90 Prozent ein gesetzliches Mindestalter fordern, ist ein deutliches Signal an Politik und Plattformbetreiber. Der Wunsch nach mehr Schutz und klaren Regeln ist gesellschaftlich längst angekommen“, fasst Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent, zusammen. 

Wer trägt die Verantwortung? Die Eltern

Wenn es um die Einhaltung von Altersgrenzen geht, sieht die Bevölkerung die Verantwortung primär bei den Erziehungsberechtigten: 38 Prozent nehmen hier die Eltern in die Pflicht, knapp jede*r Dritte die Plattformen selbst (32%), 19 Prozent den Staat. Die Botschaft ist klar: Eltern sollen ihre Kinder begleiten, Regeln setzen und kontrollieren, aber Plattformen und Politik dürfen sich ihrer Verantwortung ebenfalls nicht entziehen. Gleichzeitig glaubt eine Mehrheit von 62 Prozent, dass Social-Media-Plattformen das Alter ihrer Nutzenden nicht verlässlich überprüfen können. Das Vertrauen in technische Alterskontrollen ist also begrenzt.

TikTok, Snapchat und Instagram besonders riskant

Bei der Frage nach den riskantesten Social-Media-Plattformen für junge Menschen entsteht ein deutliches Bild: TikTok gilt mit 84 Prozent klar als problematischste App. Mit deutlichem Abstand folgen Instagram (55%) und Snapchat (51%). Beide werden von mehr als der Hälfte der Bevölkerung als besonders riskant eingestuft. Auch X/twitter (44%) und Facebook (40%) sowie YouTube (24%) stehen in der Kritik, wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß. 

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