Die zweite Jahreshälfte 2025 war für Kryptowährungen von hoher Volatilität geprägt: Kursanstiege, regulatorische Diskussionen auf EU-Ebene und zunehmende institutionelle Beteiligung sorgten für Aufmerksamkeit. In der breiten Bevölkerung schlagen sich diese Entwicklungen jedoch kaum positiv nieder. Weder steigende Kurse noch technologische Fortschritte führen bislang zu spürbar mehr Vertrauen oder Akzeptanz. Das zeigt die zweite Ausgabe des Krypto-Barometers von Marketagent.
Immobilien und Gold bleiben erste Wahl
Wenn die Österreicher*innen über ein hypothetisches Investment-Budget von einer Million Euro verfügen könnten, würden im Schnitt nur 9,7 Prozent davon in Kryptowährungen fließen. 43 Prozent der Befragten würden nicht einen einzigen Cent in Bitcoin und Co. investieren. Weit höher im Kurs stehen dagegen traditionelle Anlageformen: Immobilien sowie Gold und Edelmetalle sind die klaren Favoriten. Kryptowährungen werden eher als Beimischung, denn als ernsthafte Alternative gesehen.
Kryptowährungen: Misstrauen überwiegt
Nur gut ein Viertel (26%) der Befragten steht Kryptowährungen sehr oder eher positiv gegenüber, während 40 Prozent eine ablehnende Haltung zeigen. Auch beim Vertrauen herrscht Zurückhaltung: Gerade einmal 35 Prozent der Befragten empfinden Bitcoin & Co. als vertrauenswürdig. Zwar zeigen sich Männer sowie jüngere Generationen (Gen Z und Millennials) deutlich aufgeschlossener. Insgesamt bleibt die Grundhaltung der Österreicher*innen gegenüber Kryptos aber skeptisch. Von einem Stimmungsumschwung kann keine Rede sein.
Wissensstand verbessert sich moderat, Investitionsbereitschaft stagniert
Der Anteil jener, die ihr Wissen über Kryptowährungen als (sehr/eher) gut einschätzen, ist im zweiten Halbjahr leicht gestiegen (von 32% auf 35%). Gleichzeitig geben aber weiterhin fast zwei Drittel an, sich eher schlecht auszukennen (65%). Am besten informiert zeigen sich Männer, jüngere Befragte sowie Personen mit überdurchschnittlichen finanziellen Mitteln. Trotz Skepsis können sich 44 Prozent grundsätzlich vorstellen, in Kryptowährungen zu investieren. Am höchsten ist die Investitionsbereitschaft bei Männern (53%) und in der Generation Z (57%). Bemerkenswert: Bei den Nachbarinnen und Nachbarn in der Schweiz trauen sich fast 6 von 10 (57%) Krypto-Investments zu.
Fazit: Stabil skeptisch
Die Zurückhaltung beim Investment überrascht angesichts der zahlreichen mit Kryptos in Verbindung gebrachten Gefahren wenig: Zwei Drittel der Befragten sehen Kryptowährungen als risikoreich aufgrund starker Kursschwankungen (65%). 62 Prozent befürchten Betrug oder Cyberkriminalität, ähnlich viele (60%) verweisen auf Sicherheitsrisiken beim Verlust von Zugangsdaten. Auf der positiven Seite erkennen 43 Prozent eine größere Unabhängigkeit, da Kryptos ohne Banken funktionieren. Allerdings glauben nur knapp drei von zehn, dass sie sich langfristig als Zahlungsmittel etablieren werden (28%).
Auch in der Gesamtbewertung überwiegt die Skepsis: 48 Prozent der heimischen Befragten sehen bei Bitcoin und Co. alles in allem mehr Nachteile als Vorteile, nur 23 Prozent erkennen überwiegend Vorteile. Die restlichen drei von zehn halten das Verhältnis für ausgeglichen (29%).
„Kryptowährungen haben sich 2025 weiter professionalisiert, in den Köpfen der Österreicherinnen und Österreicher kommt diese Entwicklung jedoch nur bedingt an. Zwar wächst das Wissen langsam, doch Vertrauen und Akzeptanz bleiben auf niedrigem Niveau. Bitcoin & Co. sind weiterhin eher Spekulationsobjekt als Alltagsinvestment“, fasst Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent, zusammen.