Mit Feuerwerk ins neue Jahr?

Werden wir heuer mit bunten Raketen ins neue Jahr starten? Das wird derzeit heiß diskutiert. Wir haben bei den Österreichern nachgefragt, wie sie zum traditionellen Silvester-Feuerwerk stehen.

Feuerwerke gehören zu Silvester wie das obligatorische Glücksschweinchen, sind dabei jedoch deutlich umstrittener. Jahr für Jahr kommt es zu kritischen Stimmen und Diskursen rund um die laute und bunte Begrüßung des neuen Jahres, sei es in Bezug auf Umweltschäden durch erhöhte Feinstaubbelastung, den Tierschutz oder die Verletzungsgefahr. In diesem Jahr wird diese Liste durch Bedenken in Hinblick auf Covid-19 ergänzt. Doch wollen es die Österreicher trotzdem zu Silvester krachen lassen? Welche Regelungen würden sie im Corona-Jahr bevorzugen? Diesen Fragen widmete sich das Online Research Institut Marketagent in einer aktuellen repräsentativen Umfrage und stellt fest: Obwohl mehr als die Hälfte der heimischen Bevölkerung den traditionellen Raketen zu Silvester freudig entgegenblickt, erregten vergangene Feuerwerke beim Großteil der Befragten bereits so manches Ärgernis. Ein gut begründetes Verbot des Raketenabschießens für Privatpersonen würde ein großer Anteil akzeptieren, darunter besonders Frauen – Corona gilt dabei jedoch als schwächstes Argument.

Die Vorfreude auf die traditionellen Silvester-Feuerwerke könnte sich in diesem Jahr gänzlich in Rauch auflösen. In Wien und manch anderer Region wurden nicht nur offizielle Feuerwerke abgesagt, sondern auch das private Abschießen von Raketen gestrichen. Generell wird eine derartige Regelung österreichweit zumindest diskutiert, eine offizielle Anordnung durch die Bundesregierung gibt es aber (noch) nicht. Obwohl sich grundsätzlich mehr als die Hälfte der heimischen Bevölkerung auf das alljährliche Spektakel freut, wäre ein potenzielles Verbot von Silvester-Feuerwerken in diesem Jahr für die meisten Österreicher kein Weltuntergang, gibt Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl einen ersten Einblick in die Umfrage-Ergebnisse.

Feuerwerke als Auslöser von Freude und Ärger

Den hell erleuchteten Himmel zum Jahreswechsel zu betrachten, ist für mehr als 4 von 10 Befragte ein freudiges Ereignis. 13 Prozent feuern zu diesem Anlass sogar persönlich Raketen ab. Besonders die Männer lassen es hier gerne krachen: Jeder Fünfte greift selbst zum Feuerwerkskörper, unter den Frauen hingegen nur 5 Prozent. Auch in Familien mit Kindern werden die Kleinen gerne mit selbst entzündeten Feuerwerken erfreut (18%). Die Motivation, persönlich Raketen abzufeuern, nimmt insgesamt mit dem Alter ab: Gehört dies unter den 14- bis 29-Jährigen noch für ein Viertel zu Silvester dazu, so trifft das in der Generation 50+ nur auf rund 5 Prozent zu. Den Feuerwerk-Freudigen steht jedoch knapp ein Viertel der heimischen Bevölkerung gegenüber, das wenig davon hält, das neue Jahr auf diese Art und Weise einzuläuten. 17 Prozent begegnen dem Brauch in erster Linie mit Gleichgültigkeit.

Gleichzeitig sorgten vergangene Silvester-Spektakel nicht nur für Momente der Freude. 9 von 10 Befragten berichten, bereits ärgerliche Vorfälle in Zusammenhang mit den traditionellen Feuerwerken erlebt zu haben. Störfaktor Nummer 1 waren für gut jeden Zweiten die Überreste der Raketen und Böller, die am nächsten Tag auf den Straßen zu finden waren, beschreibt Lisa Patek, Marketingleiterin von Marketagent. Doch auch Silvesterwütige, die die Feuerwerke auf die Tage vor und nach dem 31. Dezember ausweiten, wurden als äußerst störend empfunden. 45 Prozent hatten zudem bereits mit verängstigten Haustieren zu kämpfen, 37 Prozent mit Minderjährigen, die mit Raketen hantierten. Von brenzligen Situationen blieben zwei Drittel dabei glücklicherweise bisher verschont. Jeder Fünfte gibt jedoch an, bereits kritische Vorfälle mit Raketen miterlebt zu haben oder gar selbst davon betroffen gewesen zu sein. Bei 15 Prozent trifft dies in Bezug auf Böller zu. Vor allem Männer und 14- bis 39-Jährige berichten vermehrt von derartigen Erfahrungen.

Für Sicherheit, Umwelt und Tiere ohne Feuerwerk ins neue Jahr

Diskussionen rund um die im großen Rahmen stattfindenden Silvester-Feuerwerke, wie sie auch heuer geführt werden, sind insgesamt nichts Neues. Hintergrund der jährlichen Debatte sind speziell Fragen des Umweltschutzes hinsichtlich der Feinstaubbelastung, des Tierschutzes aufgrund von Stress und Angst, die bei Tieren durch den Lärm ausgelöst wird sowie der Sicherheit. Hinzu kommen nun weitere Bedenken in Hinblick auf Covid-19. Einerseits sollen keine Verletzungen riskiert und die Krankenhauskapazitäten dadurch zusätzlich belastet werden, andererseits gilt es, Menschenansammlungen bzw. die Nicht-Einhaltung der Abstandsregeln zu verhindern. Doch welche Regelung würde die Bevölkerung für das diesjährige Silvester bevorzugen, wenn sie sich diese wünschen könnten? Ein Drittel plädiert für ein komplettes Feuerwerksverbot, große Zustimmung erhält diese Option vor allem in der Generation 50+. Knapp 3 von 10 würden es befürworten, dass ausschließlich angemeldete öffentliche Feuerwerke stattfinden dürfen. Im Gegensatz dazu hält etwas weniger als jeder Zehnte es für sinnvoll, ausschließlich das Raketenabschießen im privaten Rahmen zu erlauben. Nur 12 Prozent sehen keinen Grund zur Einschränkung und würden Feuerwerke jeglicher Art stattfinden lassen.

Bei einer guten Begründung in Hinblick auf Aspekte der Sicherheit, des Umwelt- sowie des Tierschutzes zeigt der Großteil der Österreicher, darunter speziell die weibliche Bevölkerung, Verständnis für ein Verbot von Silvester-Feuerwerken für Privatpersonen, betont Thomas Schwabl. Gut 7 von 10 halten diese Regelung bei Trockenheit und Brandgefahr für angemessen, 69 Prozent aufgrund der Umweltverschmutzung und knapp zwei Drittel aus Rücksicht auf Haustiere. Unter den Haustier-Besitzern stehen sogar drei Viertel einem Verbot zum Wohl ihrer Vierbeiner positiv gegenüber. Das bunte Spektakel wegen der allgemeinen Verletzungsgefahr zu untersagen, gilt für 6 von 10 als plausibel. Das Coronavirus akzeptiert insgesamt nur jeder Zweite als Grund, Feuerwerke durch Privatpersonen gänzlich ausfallen zu lassen, ergänzt Lisa Patek. Einer tatsächlichen Umsetzung des Verbots durch die Regierung würde gut ein Viertel der Befragten verständnisvoll und jeweils jeder Fünfte sogar erfreut oder völlig gleichgültig gegenüberstehen. Nur 11 Prozent würden vor allem enttäuscht reagieren.

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