Mit dem Fahrrad durch den Alltag

Gemeinsam mit der Cycle Factory haben wir uns angesehen, wie sattelfest sich Österreichs Fahrradfahrer*innen auf den Straßen bewegen.

Dass das Fahrrad als Fortbewegungsmittel kein Schattendasein führt, ist schon lange klar. Aber was wünschen sich Radfahrer*innen, über welche Verkehrsteilnehmer*innen ärgern sie sich am meisten und wie sattelfest bewegen sie sich auf Österreichs Straßen? Diesen und weiteren Fragen ist das Online Research Institut Marketagent in Kooperation mit der Cycle Factory nachgegangen und hat die radelnde Bevölkerung nach ihren Erfahrungen im Alltag gefragt. Fazit: Wenig überraschend schätzen die Radfahrer*innen die Tatsache, auf dem Weg von A nach B etwas für ihre Gesundheit und Fitness zu tun. Zugleich orten sie in Punkto Sicherheit aber Verbesserungspotenzial, etwa wenn es um den ewigen Konflikt mit Autos, Motorrädern & Co geht. Der Ruf nach einem besser ausgebauten Radwegenetz ist entsprechend laut. Die Fahrradfahrer*innen nehmen sich aber durchaus an der eigenen Nase und sprechen sich auch für striktere Regulationen für sich selbst aus.

I want to ride my bicycle…

… frei nach diesem Motto schwingt sich hierzulande rund jede*r Fünfte täglich oder zumindest mehrmals pro Woche auf das Fahrrad, um von A nach B zu kommen. Gute Gründe, den Auto- oder Öffi-Sitz gegen den Fahrradsattel zu tauschen, sind schnell gefunden, denn Radfahren im Alltag hält fit: So schätzen all jene, die das Rad regelmäßig für ihre Wegstrecken nutzen vor allem die Tatsache, dass sie auf diese Weise im Alltag etwas für ihre Fitness tun können (51%). Knapp die Hälfte ist gerne an der frischen Luft und 43% bereitet es schlichtweg Freude, in die Pedale zu treten. Der Umweltgedanke tritt für knapp 4 von 10 in den Vordergrund.

Doch nicht jede Wegstrecke eignet sich laut Ansicht der Österreicher*innen, um mit dem Fahrrad zurückgelegt zu werden. So entscheiden sich 37% gegen ihr Rad, wenn sie längere bzw. beschwerliche Fahrten vor sich haben oder etwas transportieren müssen (36%).  Knapp 3 von 10 sagen es, wie es ist: Andere Verkehrsmittel sind schlichtweg komfortabler, sodass ihnen die Entscheidung zwischen Drahtesel und ihren Alternativen nicht allzu schwerfallen dürfte. Ähnlich verhält es sich bei Wind und Regen. Knapp ein Viertel bevorzugt bei ungemütlichen Wetterbedingungen klar das Auto oder öffentliche Verkehrsmittel.

Ärgernisse und Risiken im Straßenverkehr

Das Verhältnis zwischen Auto- und Radfahrer*innen ist seit jeher ein gespaltenes und das Aufeinandertreffen der beiden Verkehrsteilnehmer endet nicht selten in einem Konflikt. So überrascht es wenig, dass PKW-Fahrer*innen ganz oben auf der Liste derer rangieren, über die man sich am meisten ärgert (39%). Doch es bahnt sich schon ein neuer, potenzieller Konfliktherd an: E-Scooter Fahrer*innen. Zwar prägen sie das Straßenbild noch nicht seit allzu langer Zeit, dennoch haben sie es bereits auf Platz 2 der größten Ärgernisse aus Sicht der Radfahrer*innen im Verkehr geschafft (24%). Immerhin knapp ein Drittel kann aber nichts so schnell aus der Ruhe bringen. Sie radeln ohne Zornesfalte auf der Stirn auf Österreichs Straßen und ärgern sich über keine anderen Verkehrsteilnehmer*innen.

Unweigerlich stellt sich dennoch die Frage, mit welchem Sicherheitsgefühl sich die Radfahrer*innen zwischen Autos, Bussen und LKWs bewegen. „Knapp die Hälfte der radelnden Bevölkerung hat den Eindruck, sich gefahrenlos im Straßenverkehr bewegen zu können, 38% fühlen sich auf ihrer Wegstrecke hingegen nur teilweise sicher. Die Österreicher*innen orten in Punkto Sicherheit demnach Verbesserungspotenzial und sprechen sich mehrheitlich für eine Ausweitung gesetzlicher Regelungen aus“, so Marketagent Geschäftsführer Thomas Schwabl.

Ruf nach Verbesserungen und mehr Regulationen

„Weit oben auf der Wunschliste stehen für drei Viertel der Befragten ein besser ausgebautes Netz an Radwegen, um potenziell brenzligen Situation im Straßenverkehr zu entgehen. Darüber hinaus spricht sich die Mehrheit für einen gesetzlich verankerten Mindestabstand aus, wenn ein Auto ein Fahrrad überholt“, erklärt Philipp Ostermann von der Cycle Factory. Knapp die Hälfte würde zudem eine Öffnung aller Einbahnen für Fahrräder gutheißen.

Ebenfalls keine Einbahnstraße sollen die Forderungen der Radfahrer*innen sein, denn sie nehmen sich auch selbst in die Pflicht. Etwa wenn es um eine Verschärfung der Promillegrenze geht, die für Fahrradfahrer*innen im Straßenverkehr mit einer Obergrenze von 0,8 Promille großzügiger angesetzt ist als für Autofahrer*innen (0,5 Promille). Gut drei Viertel würden eine Angleichung an die Autofahrer*innen und damit eine Verschärfung dieser gesetzlichen Promille-Grenze befürworten. Und damit nicht genug: Zwei Drittel halten eine Helmpflicht für alle Radfahrer*innen für unumgänglich, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Knapp die Hälfte kann der Idee einer Führerschein-Pflicht im Radverkehr etwas abgewinnen (49%).

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