Marketing und Kommunikation im Umbruch

Wir haben knapp 300 Personen aus Kommunikation, Medien, PR und Werbung befragt, wie die Corona-Krise ihre Branche trifft.

Die veränderten Arbeitswelten und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise beschäftigen auch Österreichs Marketing- und Kommunikationsbranche. Laut einer aktuellen Umfrage von Marketagent in Kooperation mit currycom communications sehen knapp zwei Drittel eine Bedrohung für die jeweilige Branche, 59% erwarten außerdem Marktbereinigungen. Genau gegengleich lautet die mehrheitliche Einschätzung für das eigene Unternehmen: Hier sehen 6 von 10 keine Gefahr, ein möglicher Grund dafür könnte etwa die laut 79% der Befragten gute Motivation im Team sein. Und auch der österreichischen Bundesregierung wird für ihre Arbeit ein überaus gutes Zeugnis ausgestellt: 96% bescheinigen dieser Kompetenz im Umgang mit der Corona-Krise.

Eine aktuelle Umfrage des Online-Markt- und Meinungsforschungsinstitutes Marketagent zum Thema „Marketing und Kommunikation im Zeichen der Corona-Krise“ skizziert ein doch sehr ernüchterndes Bild der mittelfristigen Zukunftserwartungen. In Zusammenarbeit mit currycom communications haben die Marktforscher gezielt Expertinnen und Experten aus den Bereichen Kommunikation, Medien, PR und Werbung zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen gefragt – und zwar sowohl für das eigene Unternehmen als auch für die jeweilige Branche. Klarer Tenor: Viele sehen die jeweilige Branche vor gravierenden Umwälzungen.

 

 

Die Krise als Auftrag

63% meinen in der Umfrage, die aktuelle Lage sei eine Bedrohung für die jeweilige Branche, 18% davon sehen sogar eine sehr große Bedrohung. 59% rechnen daher auch mit Marktbereinigungen, 12% davon gehen sogar fix davon aus („auf jeden Fall“). „Besser eingeschätzt wird hingegen die Perspektive für das eigene Unternehmen,“ stellt Marketagent Geschäftsführer Thomas Schwabl fest: „So gehen knapp 6 von 10 Marketing- und Kommunikationsexperten von einer geringen bis gar keiner Bedrohung für das eigene Unternehmen aus. Mit ein Grund für diesen Optimismus mag auch in der mehrheitlich positiven Wahrnehmung des Teamgeists in diesen herausfordernden Zeiten liegen (79%)“. 4 von 5 Befragten geben an, dass die Motivation im Team „eher groß“ (47%) oder sogar „sehr groß“ (32%) sei. Eine durchaus positive Zukunftsdimension gewinnt dieses Bild durch die Chancen und Potenziale, welche für das eigene Unternehmen durch die Krise gesehen werden: 74% nennen hier das „Aufbrechen gewohnter Denkweisen“, gefolgt von 69%, die in der gestiegenen räumlichen und zeitlichen Autonomie einen Gewinn sehen und 59%, die generell empfinden, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden dadurch „stärker zusammengeschweißt“. Und immerhin 37% erklären, dass „bisher aus Zeitgründen vernachlässigte Tasks“ nun endlich in Angriff genommen werden.

 

 

„Es ist sicher eine herausfordernde Situation, die aber auch Potenziale eröffnet. Vorausgesetzt die Unternehmen machen jetzt ihre Hausaufgaben“, erläutert Christian Krpoun, CEO der Wiener Kommunikationsagentur currycom: „Die Krise ist auch ein Auftrag und zeigt die Notwendigkeit, bestehende Prozesse, Strukturen und Geschäftsmodelle zu hinterfragen und sich für die Zeit danach zu rüsten. Dafür braucht es Führungspersönlichkeiten mit hoher Kommunikationsfähigkeit, Empathie und dem Mut, Zukunft neu zu denken.“

Im Fokus der Befragung standen aber nicht nur branchen- und unternehmensspezifische Themen – auch die wirtschaftliche Gesamtentwicklung wurde thematisiert, im Speziellen mit der Frage, wie sich die Corona-Krise auf die volkswirtschaftliche Entwicklung im Lande auswirken wird. Hier ergab sich ein erwarteter Rückgang für das diesjährige BIP von 12% (Mittelwert aller Nennungen). 9,5 Monate (ebenfalls ein Mittelwert) soll es dauern, bis es mit der Wirtschaft „wieder einigermaßen bergauf gehen“ wird, was naturgemäß auch für 2021 noch keine Rückkehr zum alten Niveau erwarten lässt.

In die Arbeit der österreichischen Bundesregierung setzen die Werbe- und PR-ExpertInnen jedenfalls großes Vertrauen. 96% attestieren dieser, „kompetent“ (38%) oder sogar „sehr kompetent“ (58%) zu sein.

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